Info des Arbeitskreis Umwelt und Frieden (AUF) Kostheim zur Absperrung der Kastanienallee auf der Maaraue

Wir wurden in der Sitzung des Orts­bei­rates am vergan­genen Mitt­woch völlig über­ra­schend darüber infor­miert, dass die Kasta­ni­en­allee ab sofort bis zum Herbst gesperrt wird und nach der Brut­zeit alle Kasta­ni­en­bäume gefällt werden. Geplant ist, Flat­te­rulmen zu setzen. Auf unsere Frage, ob denn über­haupt Geld für Neuan­pflan­zungen im Haus­halt stünde, erhielten wir von Stadtrat Dr. Franz (CDU) die Antwort: „Das lassen Sie mal meine Sorge sein“. 

Tatsache ist: Bisher ist kein Cent für dieses Projekt von der Stadt geneh­migt. Wir können im Orts­beirat in Kost­heim nichts mehr errei­chen, eine hauch­dünne Mehr­heit – bestehend aus Freien Wählern (FWG), CDU und FDP hat diesem Wahn­sinn zuge­stimmt und ist zu keiner Diskus­sion mehr bereit. Wir und die SPD waren gegen diese Pläne. 

Einzig und allein diese Orts­bei­rats­mehr­heit hat sich für die Fällung der Allee ausge­spro­chen und vertraut den Verspre­chungen auf eine Neupflan­zung. Die Stadt­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung in Wies­baden ist dazu nicht befragt worden, der Umwelt­aus­schuss wurde nicht gehört. 

Wir sind entsetzt über diese Rambo-Politik von Stadtrat Dr. Franz (CDU). Drei­tau­send Unter­schriften von Bürge­rinnen und Bürgern – vor allem aus Kost­heim – , die sich für einen behut­samen Umgang mit der alten Allee ausge­spro­chen haben, werden igno­riert. Über Nacht werden Fakten geschaffen. Wir sind scho­ckiert über diesen Zaun, der teuer und völlig unver­hält­nis­mäßig ist und einzig allein dafür da ist, uns einzuschüchtern.

Der Zaun gefährdet Spazier­gänger, Kinder, alte Menschen, auch Tiere. Hier fahren Roll­stuhl­fahrer, Radfahrer, Autos, hier laufen Jogger, hier fahren die Kinder bald zum Schwimmbad mit ihren Rädern, andere fahren mit Rollern zum Spiel­platz. Dafür ist die Straße zu eng – hier ist es gefähr­lich geworden. Schon am Frei­tag­morgen kam es hier beinahe zu einem Unfall. Wer so plant, ist entweder unfähig oder es ist ihm einfach egal, was hier in Kost­heim passiert.

Der Arbeits­kreis Umwelt und Frieden AKK hat sich am Freitag getroffen und die Situa­tion beraten: Solange hier die Kasta­nien stehen, werden wir nicht aufgeben und weiter für einen behut­samen Umgang mit der alten Allee kämpfen. Auch gegen diesen unzu­mut­baren Zaun, der uns den Sommer auf der Maaraue raubt, werden wir uns wehren.

Die Wies­ba­dener Grünen fordern am nächsten Donnerstag in der Stadt­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung in einem Antrag einen Zweit­gut­achter, sie fordern auch die Betei­li­gung des Umwelt­aus­schusses. Wir unter­stützen das. Wenn auch Sie etwas für die Allee tun wollen: Wenden Sie sich an Ober­bür­ger­meister Sven Gerich (Email: oberbuergermeister@​wiesbaden.​de), bitten Sie ihn darum, den Antrag der Grünen zu unter­stützen, eine zweite Meinung einzu­holen und nicht immer nur denselben Gutachter zu befragen. 

Wenden Sie sich auch an die Stadt­ver­ord­neten, die Sie gewählt haben. Natür­lich leben auch diese Bäume nicht ewig – doch nicht gleich alle müssen gefällt werden. 

Es gibt Alter­na­tiven. Werden Sie aktiv!

Info Nummer 2 des Arbeitskreis Umwelt und Frieden (AUF) zur geplanten Fällung der Kastanienallee auf der Maaraue

  • Unsere Proteste und die zahl­rei­chen E-Mails, die an den Ober­bür­ger­meister geschrieben wurden, hatten Erfolg: Die Wies­ba­dener Stadt­ver­ord­neten-versamm­lung hat gestern den Antrag der Grünen auf eine Zweit­mei­nung an den Umwelt­aus­schuss verwiesen. Das bedeutet: Das letzte Wort ist nun doch noch nicht gespro­chen! Wir freuen uns, dass der Allein­gang der Verwal­tung gestoppt werden konnte, und wir hoffen auf eine faire, sach­kun­dige und ergeb­nis­of­fene Diskus­sion im Fachausschuss.
  • Wir sind zwar froh darüber, dass die Entschei­dung über die Zukunft der Allee jetzt in parla­men­ta­ri­scher Hand liegt – aber wir wünschen auch die Betei­li­gung der Bürge­rinnen und Bürger. Es waren vor allem Kost­heimer unter den 3000 Unter­schriften, die die Forde­rung nach einem Bürger­be­gehren zum Erhalt der Allee unter­stützt haben. Das darf nicht einfach igno­riert werden.
  • Der Zaun, der die Bäume weit­räumig absperrt und große Teile der Maaraue unbe­gehbar gemacht hat, ist unnötig und gefähr­lich. Zwar wurde er auf unseren Druck ein Stück nach hinten versetzt – dennoch stellt er weiterhin eine Gefähr­dung für sämt­liche Verkehrs­teil­nehmer dar. Der Zaun muss weg. Er hat allein die Funk­tion, die Angst vor den Bäumen zu schüren.
  • Nach dem aktuell vorlie­genden Gutachten der Stadt (nach­zu­lesen auf wies​baden​.de) stehen hier 71 alte und 3 junge Kasta­nien. Von den 3 jungen Bäumen und 28 alten Bäumen geht dem Gutachter zufolge keine reale Gefahr aus. Laut Gutachter besteht die Gefah­ren­stufe 0. Wir dürfen nicht zulassen, dass 28 hundert­jäh­rige Bäume, von denen keinerlei Gefahr ausgeht, einfach gefällt werden.
  • Bei zahl­rei­chen weiteren Bäumen sind – dem Gutachten zufolge – ein oder zwei Äste bruch­ge­fährdet. Diese Äste müsste man besei­tigen – dann wären auch diese Bäume sicher und wir könnten wieder durch die Allee gehen.
  • Bei weiteren Bäumen müsste endlich einmal unter­sucht werden, was man für ihre Erhal­tung tun kann. Wir brau­chen kein weiteres Gutachten, das den Pilz­be­fall bestä­tigt – wir brau­chen ein Gutachten, das die Frage beant­wortet, was daraus folgt: Welche Maßnahmen können ergriffen werden, um den alten Baum­be­stand zu bewahren? Diese Diskus­sion muss endlich geführt werden.
  • Von den 90.000 Euro, die die Stadt Wies­baden für „Baum­pflege“ in der Lessel­allee ausge­geben hat, wurde fast die Hälfte in Gutachten inves­tiert, die immer wieder den Pilz­be­fall bestä­tigen sollten. Auch die Tausende von Euro, die für diesen unnützen Zaun ausge­geben wurden, hätte man besser in die Pflege der alten Kasta­nien investiert.

Die Diskus­sion um die Zukunft der Allee ist neu eröffnet. Nun entscheidet der Umwelt­aus­schuss, wie es weiter­geht.
Werden Sie aktiv! Noch haben wir nicht verloren!

Auf der Face­book-Seite „Aktu­elles zur Lessel­allee auf der Maaraue“ halten wir Sie auf dem Laufenden. Bitte verbreiten Sie unsere Infor­ma­tionen! Bitte unter­stützen Sie uns!

Begrenzende Hecken am Spielplatz auf der Maaraue / Ende Lesselallee

Der Magis­trat der Stadt Wies­baden wird gebeten, das Loch, das in der Hecke auf dem Spiel­platz Maaraue (Ende Lessel­allee) durch Bauar­beiten vor etwa vier Jahren entstanden ist, durch Nach­pflan­zungen zu schließen und für diese Pflan­zungen auch Sorge zu tragen.

Begrün­dung:
Die Hecken stellen gerade für Klein­kinder eine wich­tige Grenze zwischen Spielplatz

Ergebnis:
Der Antrag wurde einstimmig angenommen.