Was haben wir in Kostheim erreicht?

Was haben wir in den letzten vier Jahren im Kost­heimer Orts­beirat gemacht? Was haben wir errei­chen können? Und: Was nicht? Lohnt es sich über­haupt in einem Gremium mitzu­ar­beiten, das so gut wie nichts zu sagen hat? Denn ein Orts­beirat hat ja nur eine bera­tende Stimme, entschieden wird in Wiesbaden.

Dazu die Mehr­heits­ver­hält­nisse – wir waren zu dritt. Dagegen eine Koali­tion aus CDU, Freien Wählern und FDP – mit acht Orts­bei­rats­mit­glie­dern. Und die SPD – mit vier Sitzen. Beson­ders am Anfang gestal­tete sich die Zusam­men­ar­beit mit allen anderen Frak­tionen schwierig. Oft wurden Anträge von uns ohne Diskus­sion einfach abge­lehnt. Zum Beispiel unsere Forde­rung nach Tempo 30 in der Stei­nern Straße, ein Antrag, den wir im November 2016 gestellt hatten. Wir wissen bis heute nicht, warum die anderen Frak­tionen diesem Antrag nicht zustimmen wollten.

Doch auch wenn es mühsam war, wir haben vieles durch­setzen können. Und wir haben auch immer wieder dafür gesorgt, dass Probleme – wie zum Beispiel der bauliche Zustand der Wilhelm-Leuschner-Schule oder auch der Wohnungs­leer­stand in Kost­heim – nicht vergessen, gar unter den Teppich gekehrt werden konnten.

Hier der erste Teil unserer Bilanz und zwar zum Verkehr, der sich in folgende Abschnitte gliedert:

Unser Lieblingsthema: Der Verkehr in Kostheim

Etwa die Hälfte der 139 Anträge (Stand November 2020), die wir seit Mai 2016 gestellt haben, hat sich mit dem Thema Verkehr befasst. Gerade hier kommt einem Orts­beirat eine wich­tige Aufgabe zu: Denn für die städ­ti­sche Ebene ist es schwierig, die Situa­tion vor Ort zu beur­teilen und insbe­son­dere klei­nere Probleme zeitnah zu erkennen.

Verkehrssicherheit für alle – das war uns ein großes Anliegen.

Hier hatten wir kleine Erfolge wie die Wieder­auf­stel­lung „verschwun­dener“ Tempo 30-Schilder auf der Maaraue oder auch die Verbes­se­rung der ehemals enorm gefähr­li­chen Ausfahrt aus der Nasen­gasse in die Haupt­straße durch eine Barke – wenn­gleich wir hier lieber einen Verkehrs­spiegel gesehen hätten. Das war aber mit Wies­baden nicht zu machen.

Ausfahrt Nasen­gasse in der west­li­chen Haupt­straße – jetzt können die Anwohner endlich sehen, ob der Bus von links kommt.

Als großen Erfolg sehen wir dagegen an, dass wir einen Zebra­streifen am EVIM durch­setzen konnten. Schon der letzte Orts­beirat wollte dort einen Fußgän­ger­überweg einrichten – und war abge­blitzt. Zu wenig Fahr­zeuge, zu wenig Fußgänger an dieser Stelle hieß es aus Wies­baden. Daraufhin zählte unsere Frak­tion im Juni 2016 selbst nach: Wie viele Autos fahren hier durch? Wie viele Fußgänger über­queren die Straße? Die Zählerei lohnte sich, sie zwang die städ­ti­schen Stellen dazu, eine offi­zi­elle Verkehrs­zäh­lung durch­zu­führen. Das Ergebnis war eindeutig: Die Voraus­set­zungen für einen Fußgän­ger­überweg waren erfüllt!

Wir dachten uns das so: Wenn die Bushal­te­stelle umge­baut wird, dann kann man auch den Zebra­streifen gleich mitein­richten. Doch daraus wurde nichts. Und wir mussten warten und immer wieder daran erin­nern. Fünf Jahre sind wir dran­ge­blieben – im Dezember 2020 wird der Zebra­streifen endlich da sein.

Der_Zebrastreifen_kommt
Noch vor Weih­nachten 2020 soll hier der Zebra­streifen kommen.

Dafür, dass die Verkehrs­si­cher­heit für Kinder erhöht wird, kann und muss man in Kost­heim noch einiges tun. Ein Problem gab es hier auch am Über­gang von der Kreu­zung Mainufer/​Maarauestraße zum Pira­ten­schiff an der Schwa­nen­bucht. Eltern hatten uns darauf aufmerksam gemacht, dass man weit auf die Straße laufen muss, um Autos zu sehen, die aus der Rich­tung Haupt­straße kommen. Wir kümmerten uns darum: Der Orts­beirat konnte schließ­lich bei einem Orts­termin mit der Stadt eine Verbes­se­rung errei­chen: Die breite Kurve wurde mit Pollern verengt.

Fußgängerschutz_Weinprobierstand_Maarauestraße
Eine einfache und schnelle Lösung des Problems.

Fußgänger in Kost­heim haben es auch an anderen Stellen nicht leicht: In der Haupt­straße sind die Bürger­steige teil­weise so eng, dass kein Kinder­wagen darauf fahren kann. Nicht einmal mit aufge­spanntem Regen­schirm kann man dort laufen, weil man sonst vom Bus gestreift wird.

Unser Vorschlag: Die Bürger­steige lassen sich verbrei­tern (z.B. ab Herren­straße bis kurz vor „Die Eisdiele“), ohne die Fahr­bahn zu verengen. Dafür muss man auf der gegen­über­lie­genden Seite den Bürger­steig etwas verengen. Auch hier kam es zum Orts­termin mit der Stadt. Von der haben wir zumin­dest die Auskunft erhalten, dass dies möglich ist, aber bauliche Maßnahmen erfor­dert. Und die kosten Geld. Wieviel? Wissen wir leider nicht, denn uns wurde schon eine weitere Planung zur Ermitt­lung der Kosten verwei­gert. Da müssen wir wohl dranbleiben.

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Viel zu schmal: Hier kann man nicht einmal ein Kind an die Hand nehmen.

Dass Wege sicherer werden, ist gerade für die Sicher­heit der Schul­kinder wichtig, sie sind die schwächsten Verkehrs­teil­nehmer. Aktuell kümmern wir uns um die unhalt­bare Situa­tion vor der Carlo-Mieren­dorff-Schule zu Beginn und Ende der Schul­zeit. Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen bzw. es abholen, blockieren die Straßen und gefährden sich und die anderen Kinder in den engen Straßen.

Hier fordern wir gegen­wärtig die Einrich­tung einer Projekt­gruppe, die prüfen soll, inwie­weit sich das Problem durch Kiss & Ride-Park­plätze lösen lässt – das sind Halte­zonen, die nicht direkt vor der Schultür sind.

Ein weiterer Punkt, über den wir uns Gedanken machen: Inwie­weit ließe sich durch eine geschickte Einbahn­stra­ßen­füh­rung im Bereich der Schule der Schulweg sicherer machen.

Auch um ein anderes Dauer­är­gernis kümmern wir uns. Der Bürger­steig vor der Mainzer Volks­bank (Ecke Hauptstraße/​Winterstraße) wird regel­mäßig von parkenden Autos blockiert und zwingt alle, die vorbei­wollen, auf der Fahr­bahn zu laufen. Dieser Weg ist ein offi­zi­eller Schulweg. Hier hat die Mainzer Volks­bank nun zuge­sagt, stärker gegen diese Problem­parker vorzugehen.

Vieles was im Alltag ärger­lich ist, lässt sich schnell erle­digen. Immer wieder wiesen wir auf die vielen Stol­per­stellen auf den Straßen und Wegen hin und baten um die Ausbes­se­rung dieser Stra­ßen­schäden. Wir konnten sogar durch­setzen, dass der Weg auf der Maaraue zwischen Camping­platz und Rhein in Stand gesetzt wird. Das wird aber sicher noch dauern. Gerade bei kleinen Schäden reicht oft ein Hinweis an die zustän­digen Stellen, dafür muss man nicht einmal einen Antrag im Orts­beirat stellen. Hier haben wir immer wieder Hinweise von Bürgern bekommen.

Wir wollen die Verkehrswende.

Verkehrs­si­cher­heit zu erhöhen ist uns wichtig. Was wir darüber hinaus noch wollen: Die Verkehrs­wende. Darunter verstehen wir eine Stär­kung des Fahr­rad­ver­kehrs und des Öffent­li­chen Perso­nen­nah­ver­kehrs sowie Erleich­te­rungen für Fußgänger. Und wir wünschen uns ein Umdenken der Bürge­rinnen und Bürger.

Kost­heim erstickt im Verkehr. Wir fürchten, dass das noch schlimmer wird. Das geplante Einkaufs­zen­trum am Gückels­berg wird ein Magnet für Auto­fahrer werden, der Durch­gangs­ver­kehr wird sich erhöhen. Mit den vielen Neubau­ge­bieten kommen neue Autos. Dabei gibt es jetzt schon große Schwie­rig­keiten, einen Park­platz zu finden. Deshalb ist die Förde­rung anderer Verkehrs­mittel aus unserer Sicht im Inter­esse aller Bürge­rinnen und Bürger – insbe­son­dere auch im Inter­esse der Auto­fahrer. Denn wer im Bus, auf dem Fahrrad oder zu Fuß unter­wegs ist, vermeidet eine Fahrt mit dem PKW und sorgt so für freiere Straßen.

Faktisch ist es nach wie vor vielen Menschen in Kost­heim gar nicht möglich, auf ihr Auto zu verzichten, selbst wenn sie das möchten. Aber es gibt auch viele, die nur ab und zu ein Auto benö­tigen – beispiels­weise um einmal in der Woche damit einkaufen zu fahren. Wir haben deshalb im Mai 2017 ein Carsha­ring-Konzept für Kost­heim gefordert.

Carsha­ring ist ein wich­tiger Baustein moderner und umwelt­freund­li­cher Mobi­lität, der für einen Teil der Bevöl­ke­rung eine Alter­na­tive zum eigenen Auto darstellen kann. Laut Verkehrs­club Deutsch­land sind 1,7 Millionen Deut­sche aktuell bei mindes­tens einem Carsha­ring-Anbieter regis­triert. Auf Kost­heim hoch gerechnet ergibt dies 300 Personen. Mit knapper Mehr­heit wurde unser Antrag damals im Orts­beirat beschlossen. Aber die Zeiten ändern sich, auch in Kost­heim: Mitt­ler­weile begrüßt der Kost­heimer Orts­beirat fast einstimmig die Idee, dass Menschen sich auf einfa­chem Weg ein Auto teilen können.

Alles dicht. Werden die wirk­lich alle gebraucht?

In naher Zukunft werden in der Haupt­straße vor dem EVIM voraus­sicht­lich die ersten Carsha­ring-Autos stehen, weitere Carsha­ring-Plätze sollen folgen. Dieses Angebot wird – wie auch andern­orts beob­achtet – insbe­son­dere zur Abschaf­fung von Zweit­wägen führen. Und das verbes­sert neben den posi­tiven Effekten für die Umwelt auch die Parkplatzsituation.

Nicht alle Busse fahren nach Mainz – aber wenigs­tens einer

Ein wich­tiger Baustein, um den Verkehrs­in­farkt zu verhin­dern und damit auch das Auto­fahrer-Leben erträg­li­cher zu machen, ist der öffent­liche Verkehr. Wenn­gleich wir eine Anbin­dung Kost­heims an eine Stra­ßen­bahn sehr begrüßt hätten, haben wir hier größ­ten­teils eine gute Busan­bin­dung. Hier halten wir es für nötig, deren Attrak­ti­vität weiter zu steigern.

Wir haben uns für die Wieder­an­bin­dung des Bürger­hauses in der Winter­straße an den Busver­kehr in Rich­tung Mainz einge­setzt. Unser Antrag, die Linie 54 wieder durch die Winter­straße zu führen, wurde von allen Frak­tionen unter­stützt. Außerdem wünschen wir uns eine Verbes­se­rung der Halte­stellen. Dass zum Beispiel das Warte­häus­chen, das es an der Halte­stelle Luisen­straße gab, im Zuge des Umbaus der Halte­stelle ersatzlos abge­baut wurde, verstehen wir bis heute nicht. Der Orts­beirat beschloss zwar unseren Antrag, das Warte­häus­chen wieder aufzu­stellen, von städ­ti­scher Seite wurde das auch zuge­sagt – doch wir warten immer noch darauf.

Bushaltestelle_Luisenstraße_leider_ohne_Wartehäuschen
Da war doch was?

Auch wer an der Baustelle beim ehema­ligen Fahr­rad­ge­schäft Ross­kopp auf den Bus wartet, sollte nicht im Regen stehen müssen, finden wir. Leider sieht es nicht so aus, als ob wir hier in abseh­barer Zeit Erfolg haben könnten. Das Kontin­gent für Warte­häus­chen ist ausge­schöpft, heißt es in Wiesbaden.

Kann es wirk­lich nur einen geben?

Auch Fahr­karten zu kaufen, kann in Kost­heim zum Problem werden. Nicht jeder kann sich einfach über das Internet Fahr­scheine besorgen. Um insbe­son­dere älteren Menschen nicht noch zusätz­lich Steine in den Weg zu legen, haben wir die Aufstel­lung von weiteren Fahr­kar­ten­au­to­maten gefor­dert, bisher leider noch ohne Erfolg.

Zu einer Verkehrs­wende gehört aus unserer Sicht auch eine viel stär­kere Förde­rung des Fahr­rad­ver­kehrs. Mit nur wenig Stei­gungen, seiner zentralen Lage und einer Anbin­dung an den Bahnhof in Kastel hat Kost­heim viel Poten­tial. Das gilt zum Beispiel für Berufs­pendler. Wer nach Frank­furt muss oder auch nach Wies­baden, kann mit dem Fahrrad zum Kasteler Bahnhof fahren und dann in die S-Bahn steigen. So lässt sich viel Berufs­ver­kehr von der Straße bringen.

Unsere Alltags­radler – Stefan Knipl und Philipp Pfefferkorn

An diesem Thema haben wir uns wirk­lich die Zähne ausge­bissen. Hier konnten wir deut­lich spüren, dass außer in unserer Frak­tion keine Alltags­radler im Orts­beirat sitzen.

Wir konnten immerhin durch­setzen, dass in Einbahn­straßen, die gegen die Fahrt­rich­tung für den Radver­kehr frei­ge­geben sind, Fahrrad-Pikto­gramme auf die Straße kommen. Damit haben wir die Sicher­heit für Radfahrer wie auch für Auto­fahrer erhöht, weil es nicht zu über­ra­schenden Begeg­nungen kommt. Und auch die Fußgänger profi­tieren davon: Denn die Durch­schnitts­ge­schwin­dig­keit von Auto­fah­rern wird durch diese Warn­zei­chen redu­ziert. Das war ein dickes Brett: Nach Jahren der Verwei­ge­rungs­hal­tung konnten wir endlich auch die städ­ti­sche Ebene über­zeugen und waren der erste Wies­ba­dener Stadt­teil mit derar­tigen Piktogrammen.

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Pikto­gramme in der Mainpfortstraße

Unsere Recher­chen mit lokalen Polizei-Unfall­sta­tis­tiken zeigen, dass sich dadurch keine erhöhten Unfall­ge­fahren ergeben haben, sondern eher das Gegen­teil einge­treten ist. Unsere Bemü­hungen daher weitere Einbahn­straßen zu öffnen, führten im Orts­beirat aber zu keinem Erfolg.

Noch nicht einmal unserer Forde­rung nach einem Fahr­rad­schutz­streifen in der östli­chen Hoch­heimer Straße und der Haupt­straße konnten die anderen Frak­tionen zustimmen – also einer gestri­chelt markierten Fahr­rad­spur, die von Auto­fah­rern mitge­nutzt (!) werden darf, solange keine Fahr­rad­fahrer unter­wegs sind. Allein wir stimmten für diese Schutz­streifen, alle anderen im Orts­beirat waren dagegen oder enthielten sich der Stimme. Welche Gründe sie dafür hatten? Wir wissen es nicht. Die Sicher­heit für Radfahrer auf diesen Straßen wird also auch ein Thema sein, an dem wir dran­bleiben müssen.

Und Schluss!

Was uns auch sehr enttäuscht hat: Unser Antrag, das Main­ufer von der Main­brücke bis zum Aussichts­turm zur Fahr­rad­straße zu erklären und damit Fahr­rad­fah­rern in dieser Straße den Vorrang vor Autos zu geben, wurde abge­lehnt. Mit über­wäl­ti­gender Mehr­heit – nur wir waren dafür. Immerhin ist das ein Radweg – der über­re­gio­nale „Main­radweg“, der beson­ders von Ausflüg­lern, darunter viele Fami­lien mit Kindern, stark genutzt wird. Und in der Kasteler Eleo­no­ren­straße funk­tio­niert das doch auch. Doch die Vorstel­lung, dass Autos mal nicht Vorfahrt haben und Rück­sicht nehmen müssen, ist im Kost­heimer Orts­beirat noch nicht mehrheitsfähig.

Auch unserer Forde­rung, Fahr­rad­fah­rern zu erlauben vom Bürger­haus kommend an der Kreu­zung Winterstraße/​Hauptstraße (Ecke Mainzer Volks­bank) rechts abzu­biegen, konnte sich der Orts­beirat nicht anschließen.

Immerhin war sich der Orts­beirat auch in ein paar Punkten einig: Unserem Wunsch, dass das Linde-Viertel eine direkte Fuß- und Rad-Anbin­dung an der Lache entlang zum Bahnhof Kastel erhalten soll, wurde zuge­stimmt. Ein großer Erfolg. Alle Alt-Kost­heimer können auf diesem Weg schnell und sicher zum Kasteler Bahnhof gelangen. Wir fürchten zwar, dass sich das aufgrund der Grund­stücks-Eigen­tümer-Verhält­nisse schwierig gestalten kann – aber wir sind opti­mis­tisch, dass hier eine Lösung gefunden wird.

Slalom-Pflicht für Radfahrer auf der Hoch­heimer Straße? Das muss nicht sein.

Außerdem sind sich alle Frak­tionen darüber einig, dass die Hoch­heimer Straße zwischen Kost­heimer Land­straße und Uthmann­straße für Radfahrer brand­ge­fähr­lich ist. Der Fahr­radweg ist ganz oder teil­weise zuge­parkt, immer wieder werden Radfahrer zu gefähr­li­chen Ausweich­ma­nö­vern auf die Straße gezwungen. Auch die Stadt sieht Hand­lungs­be­darf, sie möchte deshalb die Fahr­spur für die Autos auf nur noch eine über­breite Spur redu­zieren. Damit soll den Park­plätzen und den Fahr­rad­fah­rern mehr Raum gegeben werden. Schön? Nicht wirk­lich: Denn leider soll dieser Plan erst umge­setzt werden, wenn die Straße so kaputt ist, dass sie sowieso saniert werden muss. Nach aktu­ellem Auskunfts­stand rechnen wir zum Sankt-Nimmer­leins-Tag damit.

Ein weiteres Problem: Verkehrslärm.

Der wird auch durch Raser verur­sacht. Wir konnten die Forde­rung nach stär­keren Kontrollen gegen Raser durch­setzen. Aber das hilft auch nicht dauer­haft, denn leider werden die Kontrollen durch die Verkehrs­po­lizei nach einiger Zeit immer wieder auf das Normalmaß zurück­ge­fahren, also nahezu einge­stellt. Doch wir haben immerhin einigen Rasern in der Wald­hof­straße und der Hoch­heimer Straße das Leben schwer gemacht.

Weiter hinten in der Walhof­straße: Kinder­ta­ges­stätte, Hallenbad und die Sport­halle der WLS.

In der Wald­hof­straße konnten wir außerdem durch­setzen, dass mit Tempo 30-Pikto­grammen an die Geschwin­dig­keits­be­gren­zung erin­nert wird und ein Schlupf­loch geschlossen wird. Denn vom HIT-Park­platz kommend konnten Verkehrs­teil­nehmer guten Gewis­sens behaupten, sie wüssten nichts von einer Geschwin­dig­keits­be­gren­zung. Damit kann sich jetzt keiner mehr herausreden.

Wir haben von Anfang an darauf gedrungen, die Empfeh­lungen des Regie­rungs­prä­si­diums Darm­stadt für eine nächt­liche Tempo 30-Beschrän­kung umzu­setzen. Dies würde zu einer Halbie­rung des nächt­li­chen Verkehrs­lärms führen und wäre beispiels­weise in der Hoch­heimer Straße möglich.

Leider hat eine Umset­zung seitens städ­ti­scher Stellen bisher keine Prio­rität; wir werden auch hier weiter auf Maßnahmen drängen. Das trifft auch für die Bahn­strecke im Kost­heimer Norden zu, wo wir die Forde­rung des Regie­rungs­prä­si­diums nach Lärm­schutz­wänden unterstützen.

Auch das Thema Flug­lärm hat uns umge­trieben – Wies­baden ist nur wegen der Betrof­fen­heit Kost­heims Mitglied der Lärm­schutz­kom­mis­sion zum Frank­furter Flug­hafen. Hier haben sich pande­mie­be­dingt deut­liche Verbes­se­rungen ergeben. Spätes­tens wenn sich das wieder ändert, werden wir hier auch weiter aktiv sein, um durch tech­ni­sche und orga­ni­sa­to­ri­sche Maßnahmen eine möglichst geringe Beein­träch­ti­gung für Kost­heim zu erreichen.

Ab Höhe EVIM heißt es: Runter vom Gas!

Während die nächt­liche Tempo 30-Beschrän­kung in der Hoch­heimer Straße noch auf sich warten lässt, konnten wir eine durch­ge­hende Beschrän­kung auf Tempo 30 auf dem gesamten Ring um Alt-Kost­heim durch­setzen. Zu Hilfe kam uns hierbei eine Ände­rung der Stra­ßen­ver­kehrs­ord­nung, die wir als erster Wies­ba­dener Stadt­teil genutzt haben, um damit auch vor dem EVIM direkt zum Inkraft­treten des Gesetzes Tempo 30 anordnen zu können – eine Forde­rung, an der sich der vorhe­rige Orts­beirat noch die Zähne ausge­bissen hatte.

Eine ähnliche Beschrän­kung hatten wir vergeb­lich auch für die Stei­nern Straße im Bereich der Läden und des Eingangs zur Will­helm-Leuschner-Schule gefor­dert. Aber auch hier gilt, dass steter Tropfen den Stein höhlt und so steht Tempo 30 vor dem Schultor der WLS mitt­ler­weile kurz bevor.

Kein Problem war es, im Orts­beirat eine Mehr­heit dafür zu finden, die Kost­heimer Main­brücke für Last­wagen zu sperren. Da waren alle dafür. Leider kann das aber der Orts­beirat nicht entscheiden. Hier sind auch noch dicke Bretter zu bohren.

Der Dauer­brenner Park­platznot hat uns auch beschäf­tigt. Wir sind hier mehr­fach voran­ge­gangen mit Vorschlägen zur Errich­tung von Park­plätzen an der Herren­straße oder am Gückels­berg, leider ohne Erfolg. Selbst Vorschläge, wie die Einrich­tung von Behin­der­ten­park­plätzen vor allen Kost­heimer Arzt­praxen, wurden von städ­ti­scher Seite abge­lehnt. Wenn­gleich gefähr­li­ches Falsch­parken (z.B. an Kreu­zungen oder Feuer­wehr­zu­fahrten) im Orts­beirat einver­nehm­lich als Problem betrachtet wird und jetzt auch unsere Forde­rung nach bauli­chen Maßnahmen an der Einmün­dung der Wall­ufer Straße in die Hoch­heimer Straße vom gesamten Orts­beirat unter­stützt wurde – der Orts­beirat hat leider kein Inter­esse daran, unseren Verdacht auf unzu­rei­chende Kontrollen aufzu­klären. Unsere Anfrage nach der Zahl der Kontrollen des ruhenden Verkehrs wurde von der Mehr­heit des Orts­bei­rats abgelehnt.

Auch das Verhin­dern von Dauer­par­kern in der Anton-Hehn-Straße im Bereich der Geschäfte durch die Einfüh­rung von „Park­scheiben-Parken“ wurde gegen unsere Stimmen abge­lehnt. Immerhin konnten wir einen größeren Fahr­rad­ständer am Wiener Platz durchsetzen.

Last but not least: Wir fordern eine Besei­ti­gung des Bahn­über­gangs in der Hoch­heimer Straße. Hier sollte eine Unter- oder Über­füh­rung einge­richtet werden. Unver­ständ­li­cher­weise wurde dieses Projekt von städ­ti­scher Seite als nicht notwendig ange­sehen; hier gilt es weiter Über­zeu­gungs­ar­beit zu leisten.

Das Thema Verkehr wird auch in Zukunft einer unserer Schwerpunkte sein. Da gibt es noch viele Baustellen.

Den eingeschlagenen Weg werden wir nach der Kommunalwahl weiter gehen – und mit Ihrer Unterstützung hoffentlich weiterhin als starke Stimme für nötige Verbesserungen.

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