Zukunft der gemeinsamen Ortsverwaltung Kastel/Kostheim

Gemeinsamer Antrag von AUF und SPD zur Sitzung des Ortsbeirats Mainz-Kastel am: Donnerstag, 10. September 2026

Zukunft der gemeinsamen Ortsverwaltung Kastel/Kostheim: Arbeitsplätze und Bürgerservice vor Ort sichern (AUF und SPD)

Der Orts­beirat möge beschließen:

  • 1.) Der Magis­trat wird gebeten, dem Orts­beirat spätes­tens bis zum 31. Oktober 2026 und vor weiteren orga­ni­sa­to­ri­schen, perso­nellen oder räum­li­chen Entschei­dungen, die den Standort Kastel/​Kostheim betreffen, schrift­lich über die Einrich­tung des neuen Stadt­amtes und die damit verbun­dene Neuord­nung der Orts­ver­wal­tungen zu berichten. 

Der Bericht soll insbe­son­dere darlegen: 

  • a) welche Beschlüsse bereits vorliegen, welche Ziele und mess­baren Verbes­se­rungen mit der Neuord­nung erreicht werden sollen, welche Entschei­dungen noch offen sind und welcher Zeit­plan gilt; 
  • b) welche Orga­ni­sa­ti­ons­struktur vorge­sehen ist, welche Aufgaben künftig zentral bezie­hungs­weise weiterhin am gemein­samen Standort Kastel/​Kostheim wahr­ge­nommen werden sollen und ob Verän­de­rungen bei der Nutzung des Gebäudes am St.-Veiter-Platz 1 geplant sind; 
  • c) wer die poli­ti­sche und admi­nis­tra­tive Verant­wor­tung trägt und wer künftig über Orga­ni­sa­tion, Personal, Einsatz­orte, Öffnungs­zeiten, Dienst­leis­tungen und Gebäude entscheidet. Die Zustän­dig­keiten sollen über­sicht­lich darge­stellt werden; 
  • d) wie viele Stellen und Beschäf­tigte derzeit dem Standort Kastel/​Kostheim orga­ni­sa­to­risch und tatsäch­lich zuge­ordnet sind, welche Beset­zung, Aufga­ben­ver­tei­lung und Arbeits­orte künftig vorge­sehen sind und welche Folgen sich daraus für das örtliche Team, die Service­zeiten, die Dienst­leis­tungen, die Leitungs­auf­gaben und die Betreuung der Orts­bei­räte ergeben; 
  • e) wie die persön­liche Erreich­bar­keit insbe­son­dere für Menschen gesi­chert werden soll, die digi­tale Verwal­tungs­an­ge­bote nicht selbst­ständig nutzen können oder wollen, und ob ausge­schlossen werden kann, dass die Neuor­ga­ni­sa­tion sowie Home­of­fice, mobiles Arbeiten, Desk­s­ha­ring und die Redu­zie­rung von Büro­flä­chen mittel- oder lang­fristig zu weniger Personal, Öffnungs­zeiten oder Dienst­leis­tungen vor Ort führen; 
  • f) auf welchen Daten und Unter­su­chungen die Planung beruht, welche Einspar­ziele und Alter­na­tiven geprüft wurden und wie Beschäf­tigte, Perso­nal­ver­tre­tungen, Orts­bei­räte und Bürger­schaft bisher betei­ligt wurden und künftig betei­ligt werden sollen. 
  • 2. Der Orts­beirat spricht sich dafür aus, die Arbeits­plätze und die perso­nelle Präsenz am gemein­samen Standort Kastel/​Kostheim zu sichern. Er wider­spricht einer orga­ni­sa­to­ri­schen Aufspal­tung des örtli­chen Teams, wenn dadurch Beschäf­tigte, Entschei­dungs­mög­lich­keiten oder Arbeits­plätze schritt­weise aus der Orts­ver­wal­tung heraus­ge­löst werden. Verän­derte oder zusätz­liche Aufgaben der Beschäf­tigten bleiben ausdrück­lich möglich. 
  • 3. Der Magis­trat wird gebeten, bis zur Vorlage und Bera­tung des Berichts keine schwer rück­gängig zu machenden Entschei­dungen zu treffen, die Arbeits­plätze, Dienst­leis­tungen, Service­zeiten oder die Nutzung des Stand­orts am St.-Veiter-Platz 1 einschränken. 
  • 4. Der Magis­trat wird gebeten, auch ein Modell zu prüfen, das gemein­same fach­liche Stan­dards und zentrale Hinter­grund­dienste mit einer verläss­lich ausge­stat­teten örtli­chen Anlauf­stelle verbindet. Dazu gehören insbesondere: 
    • verbind­liche Mindest­stan­dards für persön­liche Erreich­bar­keit und Servicezeiten;
    • ein festes Team und klar benannte Verant­wort­lich­keiten vor Ort;
    • Unter­stüt­zung bei digi­talen Verwal­tungs­wegen und eine Lotsen­funk­tion, die Anliegen klärt und Menschen über Zustän­dig­keits­grenzen hinweg begleitet. 
  • 5. Der Orts­beirat Mainz-Kastel ist vor der Fest­le­gung der künf­tigen Struktur früh­zeitig in deren Entwick­lung und Bewer­tung einzu­be­ziehen. Da die Orts­ver­wal­tung beide Stadt­teile betreut, soll der Magis­trat zugleich eine abge­stimmte Betei­li­gung der Orts­bei­räte Kastel und Kost­heim ermög­li­chen. Dabei soll auch geprüft werden, ob der Standort am St.-Veiter-Platz 1 als Modell für eine moderne, digital unter­stützte und zugleich persön­lich erreich­bare Verwal­tung vor Ort dienen kann. 

Begrün­dung:
Nach den bishe­rigen Planungen sollen die bürger­ser­vice­nahen Bereiche des Ordnungs­amtes zum 1. September 2026 in einem neuen Stadtamt gebün­delt werden. Bis zum Jahres­ende sollen zudem Beschäf­tigte aus dem Melde- und Perso­nen­stands­wesen der Orts­ver­wal­tungen orga­ni­sa­to­risch in diese neue Einheit über­führt werden. Die Leitungen der Wies­ba­dener Orts­ver­wal­tungen und die Amts­lei­tung des Haupt­amtes warnen vor erheb­li­chen Folgen für Personal, örtliche Teams, Öffnungs­zeiten und Dienstleistungen. 

Die bishe­rige Orga­ni­sa­tion verbindet einheit­liche fach­liche Stan­dards mit einge­spielten Teams, kurzen Abstim­mungs­wegen und persön­li­cher Erreich­bar­keit. Kastel und Kost­heim werden von 
einer gemein­samen Orts­ver­wal­tung am St.-Veiter-Platz 1 betreut. Verän­de­rungen an diesem Standort betreffen daher beide Stadt­teile. Für die Einwoh­ne­rinnen und Einwohner aus Mainz-
Kastel kommt hinzu, dass sich die Orts­ver­wal­tung nicht im eigenen Stadt­teil befindet. 

Digi­ta­li­sie­rung, Home­of­fice, mobiles Arbeiten und eine bessere Nutzung städ­ti­scher Büro­flä­chen können die Verwal­tung verbes­sern. Sie dürfen aber nicht dazu führen, dass Personal und Dienst­leis­tungen schritt­weise aus den Stadt­teilen abge­zogen werden. Die Aussage, Schlie­ßungen seien derzeit nicht beab­sich­tigt, schafft noch keine verläss­liche Perspek­tive für Personal, Öffnungs­zeiten und Bürgerservice. 

Eine moderne Arbeits­tei­lung kann zentrale und digi­tale Struk­turen mit festen Teams, persön­li­cher Erreich­bar­keit und neuen Aufgaben vor Ort verbinden. Entschei­dend ist, was für die Menschen und die Beschäf­tigten tatsäch­lich besser wird. 

Digi­ta­li­sie­rung darf die Wege inner­halb der Verwal­tung verkürzen. Sie darf nicht die Wege der Menschen zur Verwal­tung verlän­gern.

Mainz-Kastel, 30.08.2026

AUF Mainz-Kastel
Ronny Maritzen

SPD Frak­tion
Bastian Hans

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