
Antrag Nr. 24/2026 zur Sitzung des Ortsbeirats Mainz-Kostheim am 12. August 2026
Vegetationsbrandvorsorge in Mainz-Kostheim und Schutz der Einsatzkräfte in AKK stärken
Der Ortsbeirat möge beschließen:
Der Magistrat der Landeshauptstadt Wiesbaden wird gebeten,
- 1.) den Ortsbeirat zeitnah über die öffentlich darstellbaren Erkenntnisse aus dem Großbrand vom 12. Juli 2026 im Bereich Unterer Zwerchweg in Mainz-Amöneburg zu informieren. Ebenso wird gebeten, zur Belastung und Absicherung der Einsatzkräfte sowie zu den daraus gezogenen Schlussfolgerungen zu berichten.
- 2.) für die Ortsbezirke Mainz-Amöneburg, -Kastel und -Kostheim darzustellen, in welchen Bereichen aufgrund von Vegetation, Nutzung, Lage oder Erreichbarkeit ein erhöhtes Risiko für Flächen- und Vegetationsbrände besteht. Dabei sollen insbesondere landwirtschaftliche Flächen wie Felder und Weinberge, Gartenkolonien, Grün- und Brachflächen sowie Gewerbe- und sonstige Randlagen berücksichtigt werden.
- 3.) zu prüfen und zu berichten, ob in diesen Bereichen ausreichende Löschwasserentnahmestellen vorhanden sind, die Löschwasserversorgung auch über längere Wegstrecken sichergestellt werden kann, Zufahrten und Feuerwehrwege dauerhaft nutzbar sind, geeignete Einsatzmittel für Vegetationsbrände zur Verfügung stehen und ob aktuelle Einsatz- und Notfallplanungen bestehen.
- 4.) gemeinsam mit der Berufsfeuerwehr, den Freiwilligen Feuerwehren, Winzern/Landwirten, Kleingartenvereinen und Gewerbebetrieben sowie weiteren relevanten Akteuren vorhandene Präventions- und Informationskonzepte für Zeiten erhöhter Vegetationsbrandgefahr zu überprüfen und erforderlichenfalls fortzuschreiben. Dabei sollen insbesondere der sichere Betrieb brandgefährdender Maschinen und Arbeitsgeräte, die Lagerung von Gefahrstoffen, freizuhaltende Zufahrten und Schutzstreifen sowie verlässliche Warn- und Informationswege berücksichtigt werden.
- 5.) darzustellen, welche Maßnahmen bei Einsätzen unter großer Hitze bereits zum Schutz der Einsatzkräfte vorgesehen sind und ob weiterer Bedarf besteht. Dabei sollen insbesondere Einsatzzeiten und Kräftewechsel, Flüssigkeitsversorgung, Ruhe- und Regenerationsbereiche, medizinische Absicherung sowie geeignete Kühl- und Regenerationssysteme betrachtet werden.
- 5.) dem Ortsbeirat auf dieser Grundlage einen priorisierten Maßnahmenplan mit Zuständigkeiten, einem groben Kostenrahmen und einem zeitlichen Umsetzungshorizont vorzulegen.
Begründung:
Der Großbrand vom 12. Juli 2026 im Bereich Unterer Zwerchweg hat gezeigt, wie schnell sich ein Vegetationsbrand bei anhaltender Trockenheit, hohen Temperaturen und Wind ausbreiten kann. Das Feuer griff von einem Feld auf eine Gartenkolonie über. Mehrere Hütten brannten. Zeitweise drohte das Feuer auf den Hessler Hof überzugreifen. Außerdem bestand vorübergehend die Befürchtung, dass eine Gasleitung gefährdet sein könnte.
Rund 25.000 Quadratmeter Feldfläche und mehrere Gartenhütten waren betroffen. 142 Feuerwehrkräfte und 30 Kräfte des Rettungsdienstes waren im Einsatz. Eine Einsatzkraft der Feuerwehr musste wegen einer Hitzeerschöpfung versorgt werden. Da die Löschwasserversorgung zunächst nicht ausreichte, musste Wasser über lange Wegstrecken und zusätzlich mit einem Pendelverkehr aus Tanklöschfahrzeugen herangeführt werden.
Der Einsatz wurde erfolgreich bewältigt. Dafür gebührt den beteiligten Kräften großer Dank.
Zugleich macht der Brand deutlich, dass längere Hitze- und Trockenperioden hohe Anforderungen an den vorbeugenden Brandschutz, die Löschwasserversorgung, die Erreichbarkeit von Einsatzorten und den Gesundheitsschutz der Einsatzkräfte stellen.
Die Strukturen, die das Risiko in Mainz-Amöneburg erhöht haben, finden sich in ähnlicher Form auch in Mainz-Kastel und Mainz-Kostheim. Deshalb sollte der Brand nicht als isoliertes Ereignis betrachtet werden. Er muss Anlass sein, die Gefahren und die vorhandene Vorsorge in den AKK-Stadtteilen gemeinsam und vorausschauend zu prüfen.
Mainz-Kostheim, 2. August 2026
gez. Philipp Pfefferkorn
– Fraktionssprecher –