Toilette für den Kransand

Antrag Nr. 18/2026 zur Sitzung des Ortsbeirats Mainz-Kastel am: Dienstag, 11. August 2026

Dauerhafte, barrierefreie und kostenfreie Toilette für den Kransand

Der Orts­beirat Mainz-Kastel wolle beschließen:
Der Magis­trat der Landes­haupt­stadt Wies­baden wird gebeten,

  • 1.) am Frei­zeit­ge­lände Kran­sand eine ganz­jährig zugäng­liche, barrie­re­freie, vanda­lis­mus­re­sis­tente und kosten­frei nutz­bare öffent­liche Toilet­ten­an­lage zu errichten und dauer­haft zu betreiben;
  • 2.) dem Orts­beirat bis zum 31. Oktober 2026 ein Umset­zungs­kon­zept vorzu­legen, das den genauen Standort, das geeig­nete Anla­gen­mo­dell, die Inves­ti­tions- und Betriebs­kosten, die Finan­zie­rung sowie einen verbind­li­chen Zeit­plan nennt. Dabei soll auch darge­stellt werden, wie mit den früheren Haus­halts­an­mel­dungen des Orts­bei­rats für öffent­liche Toiletten am Rhein­ufer und im Bereich Reduit/​Kransand verfahren wurde. Die bei den neuen Wies­ba­dener Anlagen vorge­se­henen Stan­dards – insbe­son­dere Barrie­re­frei­heit, kosten­freie Nutzung, ein außen­lie­gender Trink­was­ser­spender und, soweit am Standort sinn­voll, eine Sprüh­ne­bel­an­lage – sollen berück­sich­tigt werden;
  • 3.) bis zur Inbe­trieb­nahme einer dauer­haften Anlage die saiso­nale Mobil­toi­lette am Kran­sand zuver­lässig bereit­zu­stellen, regel­mäßig zu reinigen und den Aufstell­zeit­raum bei entspre­chender Nutzung über die Monate April bis Oktober hinaus zu verlängern.

Begrün­dung:
Mit Pres­se­mit­tei­lung vom 7. Juli 2026 hat die Landes­haupt­stadt ange­kün­digt, bis Oktober sieben frühere Wall-Toiletten durch neue Anlagen zu ersetzen. Sie sollen kosten­frei nutzbar sein und zusätz­lich über einen Trink­was­ser­spender sowie eine Sprüh­ne­bel­an­lage verfügen. Erneuert werden Stand­orte in der Innen­stadt und in Biebrich; Mainz-Kastel ist nicht dabei. Die Moder­ni­sie­rung ist richtig. Sie darf aber nicht an der Theodor-Heuss-Brücke enden.

Der Kran­sand ist längst ein stark besuchtes Frei­zeit­ge­lände. Spiel­platz, Skate- und Bewe­gungs­an­ge­bote, Liege­wiesen, Rhein­ufer, Reduit und der Verkehrs­knoten Kastel Brücken­kopf ziehen viele Menschen an – gerade im Sommer und oft für mehrere Stunden. Für Fami­lien mit Kindern, ältere
Menschen und Menschen mit Behin­de­rungen ist eine saubere und barrie­re­freie Toilette keine Zugabe, sondern notwen­dige öffent­liche Infrastruktur.

Das städ­ti­sche Konzept­pa­pier „Öffent­liche Toiletten in Wies­baden“ (SV 25-V- 70-0002, Januar 2025) verzeichnet am Kran­sand ledig­lich eine von April bis Oktober aufge­stellte Mobil­toi­lette. Es nennt zugleich den Brücken­kopf Kastel ausdrück­lich als wich­tigen Verkehrs­knoten und bezeichnet öffent­liche Toiletten als Teil der kommu­nalen Daseins­vor­sorge. Eine saiso­nale Mobil­toi­lette ist deshalb keine gleich­wer­tige, dauer­hafte und barrie­re­freie Lösung.

Der Bedarf ist nicht neu. Der Orts­beirat hat öffent­liche Toiletten am Rhein­ufer sowie im Bereich Reduit/​Kransand wieder­holt gefor­dert und dafür auch Haus­halts­mittel ange­meldet. Bislang verweist die Verwal­tung im Wesent­li­chen auf saisonal aufge­stellte Mobil­toi­letten. Mit der neuen Verant­wor­tung der ELW und den nun gesetzten Stan­dards besteht die Chance, endlich eine dauer­hafte Lösung zu schaffen.

Welches Modell und welcher genaue Standort unter Beach­tung von Hoch­was­ser­schutz, Anschlüssen, Stadt­ge­stal­tung, Reini­gung und Vanda­lis­mus­schutz am besten geeignet sind, muss die Verwal­tung klären. Das Ziel ist jedoch eindeutig: Der Kran­sand braucht eine ganz­jährig zugäng­liche, barrie­re­freie und kosten­freie öffent­liche Toilette.

Mainz-Kastel, 30. Juli 2026
Ronny Maritzen
– Frak­ti­ons­vor­sit­zender –

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