Mainz-Kostheim vor Hitze schützen

Antrag Nr. 23/2026 zur Sitzung des Ortsbeirats Mainz-Kostheim am 12. August 2026

Mainz-Kostheim vor Hitze schützen – Wasser, Schatten und kühle Orte im Stadtteil sichern

Der Orts­beirat möge beschließen:
Der Magis­trat der Landes­haupt­stadt Wies­baden wird gebeten, unter Einbe­zie­hung des städ­ti­schen Verwal­tungs­stabs Hitze­schutz, einen konkreten Hitze­schutz­plan für Mainz-Kost­heim vorzulegen.

Ziel ist es, kurz­fristig umsetz­bare Maßnahmen möglichst noch in der laufenden Hitze­s­aison auf den Weg zu bringen und mittel­fristig wirk­same Verbes­se­rungen im Stadt­teil zu planen.

Der Orts­beirat bittet insbe­son­dere um Prüfung und Darstel­lung folgender Punkte:

  • 1.) Kühle Orte in Mainz-Kost­heim
    Öffent­lich zugäng­liche, kühle Orte im Stadt­teil sollen erfasst, sichtbar gemacht und aktiv beworben werden. Zu prüfen sind insbe­son­dere das Bürger­haus Kost­heim und die darin befind­liche Stadt­teil­bi­blio­thek, der Treff­punkt aktiv, das Rhein- und Main­ufer, der Vikto­ria­platz, der Wiener Platz, der Mathil­denhof sowie weitere öffent­liche, soziale, kirch­liche oder vereins­ge­tra­gene Räume.

    Dabei soll darge­stellt werden, welche Orte bei Hitze tatsäch­lich nutzbar sind, ob sie barrie­re­frei erreichbar sind und ob Trink­wasser sowie Toiletten vorhanden sind. Eine Online-Karte mit kühlen Orten in Wies­baden exis­tiert bereits.
  • 2.) Trink­wasser im öffent­li­chen Raum
    Der Magis­trat wird gebeten zu prüfen, wo in Mainz-Kost­heim öffent­liche Trink­was­ser­an­ge­bote geschaffen oder besser sichtbar gemacht werden können. Dabei sollen auch zusätz­liche Refill-Stationen und mindes­tens ein öffent­li­cher Trink­brunnen in Mainz-Kost­heim geprüft werden.
  • 3.) Mehr Schatten an belas­teten Orten
    Beson­ders hitze­be­las­tete Orte sollen benannt und mit kurz­fris­tigen sowie mittel­fris­tigen Verschat­tungs­maß­nahmen verbunden werden. Beson­ders zu berück­sich­tigen sind Spiel­plätze, Halte­stellen, das Umfeld von Schulen und Kitas, stark versie­gelte Plätze und viel genutzte Wege.
  • 4) Schutz beson­ders gefähr­deter Menschen
    Der Magis­trat wird gebeten, darzu­stellen, wie ältere Menschen, Kinder, Schwan­gere, kranke Menschen, Menschen mit Behin­de­rung, Menschen mit geringem Einkommen, Menschen ohne Wohnung und Menschen in stark aufge­heizten Wohnungen bei Hitze­wellen gezielt erreicht werden können.

    Das Hitze-Telefon der Stadt Wies­baden, erreichbar unter 0611-319 090, soll in Mainz-Kost­heim aktiv bekannt gemacht werden, insbe­son­dere über die Orts­ver­wal­tung, den Treff­punkt aktiv, die Stadt­teil­bi­blio­thek, Apotheken, soziale Einrich­tungen, Schulen, Kitas, Kirchen, Vereine und Nachbarschaftsstrukturen.
  • 5.) Entsie­ge­lung und Begrü­nung
    Der Magis­trat wird gebeten, konkrete öffent­liche Flächen in Mainz-Kost­heim zu benennen, die für Entsie­ge­lung, Begrü­nung, Baum­pflan­zungen oder Regen­was­ser­rück­halt geeignet sind. Dazu soll eine Stand­ort­liste mit Prio­ri­sie­rung, Zeit­plan und Zustän­dig­keiten vorge­legt werden.
  • 6.) Bericht an den Orts­beirat
    Der Magis­trat wird gebeten, dem Orts­beirat Mainz-Kost­heim spätes­tens im Früh­jahr 2027 schrift­lich zu berichten: 
    • welche kurz­fris­tigen Maßnahmen noch 2026 umge­setzt wurden,
    • welche Maßnahmen für 2027 vorge­sehen sind,
    • welche kühlen Orte benannt und beworben werden,
    • welche Stand­orte für Trink­wasser, Schatten, Entsie­ge­lung und Begrü­nung geprüft wurden,
    • welche Maßnahmen aus welchen Gründen nicht umge­setzt werden konnten.

Begrün­dung:
Die Sommer werden heißer. Hitze ist längst nicht mehr nur unan­ge­nehm, sondern ein Gesund­heits­ri­siko. Beson­ders betroffen sind ältere Menschen, Kinder, Schwan­gere, kranke Menschen, Menschen mit Behin­de­rung, Menschen ohne Wohnung und Menschen, die in schlecht gedämmten oder stark aufge­heizten Wohnungen leben.

Die Stadt Wies­baden hat inzwi­schen einen Hitze­ak­ti­ons­plan, [2] ein Hitze-Telefon und einen Verwal­tungs­stab Hitze­schutz einge­richtet. Das ist richtig und wichtig. Jetzt muss dieser Hitze­schutz konkret in Mainz-Kost­heim ankommen.

Für Menschen im Stadt­teil reicht es nicht aus, auf zentrale Ange­bote in der Wies­badner Innen­stadt zu verweisen. Wer bei großer Hitze gesund­heit­lich belastet ist, kleine Kinder betreut oder nicht mobil ist, braucht Wasser, Schatten, kühle Räume und verständ­liche Infor­ma­tionen direkt vor Ort.

Mainz-Kost­heim hat hitze­be­las­tete Bereiche: versie­gelte Stra­ßen­räume, Halte­stellen, Schul­höfe, Spiel­plätze sowie dicht bebaute Wohn­be­reiche. Umso wich­tiger ist, bestehende Frei- und Grün­flä­chen zu schützen und weitere groß­flä­chige Versie­ge­lung in der Umge­bung von Mainz-Kost­heim, insbe­son­dere im Bereich Ostfeld, nicht weiter voran­zu­treiben. Zugleich gibt es im Stadt­teil viele Poten­ziale: Bürger­haus, Stadt­teil­bi­blio­thek, Treff­punkt aktiv, Ufer­be­reiche, soziale Einrich­tungen, Kirchen, Vereine und Nachbarschaftsstrukturen.

Mainz-Kost­heim, 2. August 2026
gez. Philipp Pfef­fer­korn
– Frak­ti­ons­spre­cher –


[1] Siehe: https://​www​.wies​baden​.de/​l​e​b​e​n​-​w​o​h​n​e​n​/​u​m​w​e​l​t​-​n​a​t​u​r​-​k​l​i​m​a​/​k​l​i​m​a​s​c​h​u​t​z​/​k​u​e​h​l​eorte

[2] Siehe: https://​www​.wies​baden​.de/​h​i​t​z​e​a​k​t​i​o​n​splan

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