Antrag Nr. 15/2026 zur Sitzung des Ortsbeirats Mainz-Kastel am: Dienstag, 11. August 2026
Mainz-Kastel vor Hitze schützen – Wasser, Schatten und kühle Orte im Stadtteil sichern
Der Ortsbeirat möge beschließen:
Der Magistrat der Landeshauptstadt Wiesbaden wird gebeten, unter Einbeziehung des städtischen Verwaltungsstabs Hitzeschutz einen konkreten Hitzeschutzplan für Mainz-Kastel vorzulegen.
Ziel ist, kurzfristig umsetzbare Maßnahmen möglichst noch in der laufenden Hitzesaison auf den Weg zu bringen und mittelfristig wirksame Verbesserungen im Stadtteil zu planen.
Der Ortsbeirat bittet insbesondere um Prüfung und Darstellung folgender Punkte:
- 1.) Kühle Orte in Mainz-Kastel
Öffentlich zugängliche kühle Orte im Stadtteil sollen erfasst, sichtbar gemacht und aktiv beworben werden. Zu prüfen sind insbesondere Bürgerhaus Kastel, Stadtteilbibliothek, Treffpunkt aktiv, Reduit, Rhein- und Mainufer, An der Helling sowie weitere öffentliche, soziale, kirchliche oder vereinsgetragene Räume. Dabei soll dargestellt werden, welche Orte bei Hitze tatsächlich nutzbar sind, ob sie barrierefrei erreichbar sind und ob Trinkwasser sowie Toiletten vorhanden sind.
- 2.) Trinkwasser im öffentlichen Raum
Der Magistrat wird gebeten zu prüfen, wo in Mainz-Kastel öffentliche Trinkwasserangebote geschaffen oder besser sichtbar gemacht werden können. Dabei sollen auch zusätzliche Refill-Stationen und mindestens ein öffentlicher Trinkbrunnen in Mainz-Kastel geprüft werden.
- 3.) Mehr Schatten an belasteten Orten
Besonders hitzebelastete Orte sollen benannt und mit kurzfristigen sowie mittelfristigen Verschattungsmaßnahmen verbunden werden. Besonders zu berücksichtigen sind Spielplätze, Haltestellen, Schul- und Kitaumfelder, stark versiegelte Plätze, Wartebereiche und viel genutzte Wege.
- 4.) Schutz besonders gefährdeter Menschen
Der Magistrat wird gebeten darzustellen, wie ältere Menschen, Kinder, Schwangere, kranke Menschen, Menschen mit Behinderung, Menschen mit geringem Einkommen, Menschen ohne Wohnung und Menschen in stark aufgeheizten Wohnungen bei Hitzewellen gezielt erreicht werden können.
Das Hitze-Telefon der Stadt Wiesbaden soll in Mainz-Kastel aktiv bekannt gemacht werden, insbesondere über Ortsverwaltung, Treffpunkt aktiv, Stadtteilbibliothek, Apotheken, soziale Einrichtungen, Schulen, Kitas, Kirchen, Vereine und Nachbarschaftsstrukturen.
- 5.) Entsiegelung und Begrünung
Der Magistrat wird gebeten, konkrete öffentliche Flächen in Mainz-Kastel zu benennen, die für Entsiegelung, Begrünung, Baumpflanzungen oder Regenwasserrückhalt geeignet sind. Dazu soll eine Standortliste mit Priorisierung, Zeitplan und Zuständigkeiten vorgelegt werden.
- 6.) Bericht an den Ortsbeirat
Der Magistrat wird gebeten, dem Ortsbeirat Mainz-Kastel spätestens im Frühjahr 2027 schriftlich zu berichten:- a. welche kurzfristigen Maßnahmen noch 2026 umgesetzt wurden,
- b. welche Maßnahmen für 2027 vorgesehen sind,
- c. welche kühlen Orte offiziell benannt und beworben werden,
- d. welche Standorte für Trinkwasser, Schatten, Entsiegelung und Begrünung geprüft wurden,
- e. welche Maßnahmen aus welchen Gründen nicht umgesetzt werden konnten.
Begründung:
Die Sommer werden heißer. Hitze ist längst nicht mehr nur unangenehm, sondern ein Gesundheitsrisiko. Besonders betroffen sind ältere Menschen, Kinder, Schwangere, kranke Menschen, Menschen mit Behinderung, Menschen ohne Wohnung und Menschen, die in schlecht gedämmten oder stark aufgeheizten Wohnungen leben.
Die Stadt Wiesbaden hat inzwischen einen Hitzeaktionsplan, ein Hitze-Telefon und einen Verwaltungsstab Hitzeschutz eingerichtet. Das ist richtig und wichtig. Jetzt muss dieser Hitzeschutz konkret in Mainz-Kastel ankommen.
Für viele Menschen im Stadtteil reicht es nicht aus, auf zentrale Angebote in der Innenstadt zu verweisen. Wer bei großer Hitze gesundheitlich belastet ist, kleine Kinder betreut oder nicht mobil ist, braucht Wasser, Schatten, kühle Räume und verständliche Informationen direkt vor Ort.
Mainz-Kastel hat hitzebelastete Bereiche: versiegelte Straßenräume, Haltestellen, Schul- und Kitaumfelder, Spielplätze, Wege zum Bahnhof sowie dicht bebaute Wohnbereiche. Umso wichtiger ist, bestehende Frei- und Grünflächen zu schützen und weitere großflächige Versiegelung im Umfeld von Mainz-Kastel, insbesondere im Bereich Ostfeld, nicht weiter voranzutreiben. Zugleich gibt es im Stadtteil viele Potenziale: Bürgerhaus, Stadtteilbibliothek, Treffpunkt aktiv, Reduit, Uferbereiche, An der Helling, soziale Einrichtungen, Kirchen, Vereine und Nachbarschaftsstrukturen.
Ziel ist Hitzeschutz, der im Alltag ankommt: sichtbar, erreichbar und wirksam.
Mainz-Kastel, 9. Juli 2026
Ronny Maritzen
– Fraktionsvorsitzender –