April, April, der macht, was er will

In der letzten April­woche gab es gleich drei Orts­bei­rats­sit­zungen in AKK.

Ortsvorsteher:innenwahl in Kastel: It’s a girl!

In Kastel fand die konsti­tu­ie­rende Sitzung mit der Wahl des/​der Ortsvorsteher:in statt. Es bewarben sich der bishe­rige Orts­vor­steher Hartmut Bohrer (AUF) sowie Christa Gabriel (SPD) um das Amt. Christa Gabriel wurde mit den Stimmen der SPD (5), der CDU (4) und der FDP (1) gewählt, Hartmut unterlag mit den fünf Stimmen der AUF-Frak­tion. Zum Stell­ver­treter gewählt wurde André Weck (CDU).

Für die AUF-Frak­tion, die mit 35,3 Prozent die stärkste poli­ti­sche Kraft in Kastel stellt, ist das enttäu­schend: „Wir hätten uns gewünscht, dass das starke Wahl­er­gebnis der AUF berück­sich­tigt worden wäre. Dass dennoch eine andere Mehr­heit gebildet wurde, ist demo­kra­tisch zulässig. Aber es bleibt poli­tisch bemer­kens­wert,“ kommen­tierte AUF-Frak­ti­ons­spre­cher Ronny Maritzen das Wahlergebnis.

In Kastel ist es so, in Kostheim ist es anders …

Poli­tisch bemer­kens­wert finden wir auch, wie will­kür­lich argu­men­tiert werden kann.

„Der Orts­vor­steher sollte von der stärksten Kraft gestellt werden.“

So argu­men­tierte die SPD in Kost­heim und lehnte eine Teilung der Orts­vor­steher-Amts­zeit ab, weil sie sich mit 1,5 Prozent Vorsprung als stärkste Kraft wähnte. Keine zwei Kilo­meter weiter spielt das aber über­haupt keine Rolle mehr.

Keine Weisungen aus Wiesbaden?

Was wir auch bemer­kens­wert finden: Es ist auffällig, dass CDU und SPD bei diesen Wahlen fast überall auf Orts­ebene koope­rieren und sich gegen­seitig wählen. Stadt­weit sind das 16 von 26 Orts­be­zirke. In Kost­heim gibt es diese sonder­bare und poli­tisch über­ra­schende SPD-CDU-Verbin­dung, auch in Klop­pen­heim – hier sind weder SPD noch CDU stärkste Kraft, sondern die UMWELT-Liste. Aber auch in Klaren­thal (CDU-SPD-FDP, hä?), Sonnen­berg, Biebrich, Heßloch, Igstadt, Schier­stein, Frau­en­stein oder Meden­bach wären andere Mehr­heiten und Koope­ra­tionen in einem poli­ti­schen Lager – also abseits von einer „großen Koali­tion“ aus CDU und SPD möglich. 

Den Verdacht, dass es da Abspra­chen zwischen CDU und SPD in der Stadt und entspre­chende Weisungen von oben gibt, wies Heike Heuckeroth (CDU Kastel) aber zurück: Es habe zwar vor fünf Jahren mit dem Stadt­ver­band „richtig Ärger“ gegeben – da koope­rierte die Kasteler CDU mit dem AUF AKK und wählte Hartmut Bohrer zum Orts­vor­steher – in diesem Jahr aber nicht. Ach so! Dass die Stadt­ver­bände von SPD und CDU keine Weisungen gaben, das beteu­erte auch die Ostfeld-Befür­wor­terin Christa Gabriel. Es sei „nur um Kastel“ gegangen. So richtig beru­higt sind wir noch nicht.

So oder so – herz­li­chen Glück­wunsch an Frau Gabriel und auch Herrn Weck.

Einstimmig beschlossen wurde auf der Sitzung unser Antrag zur Rettungs­hun­de­staffel am Fort Biehler.

Ortsvorsteher:innenwahl in Amöneburg: It’s a boy!

Auch in Amöne­burg wurde der Orts­vor­steher gewählt – dass der bei fünf von sieben Sitzen im Orts­beirat von der SPD gestellt wird, ist jetzt nicht weiter erstaun­lich. Wir hatten aber erwartet, dass im Sinne einer guten Zusam­men­ar­beit, das AUF-Orts­bei­rats­mit­glied Yvette Baben­der­erde stell­ver­tre­tende Orts­vor­ste­herin werden würde. Andere Parteien oder Wähler­gruppen sind im Orts­beirat Amöne­burg nämlich nicht vertreten – die CDU exis­tiert in Amöne­burg nicht mehr, sie kandi­dierte nicht. Doch die SPD wollte auch den Stell­ver­treter-Posten und beschloss deshalb – wohl weil nur SPD doch sehr blöd aussieht – zwei Stell­ver­treter-Posi­tionen zu schaffen. Das fanden unsere AUFler dann doch ein biss­chen viel. 

Yvette hatte keine Lust auf die stell­ver­tre­tende Stell­ver­tre­terin und kandi­dierte nicht. Nun ist Torsten Gieß (SPD) der neue (und alte) Orts­vor­steher und sein Stell­ver­treter ist Dimi­trios Giontis (SPD).

Auch Torsten Gieß und Dimi­trios Giontis wünschen wir Erfolg und gratu­lieren herzlich.

Erfolgreiche Ortsbeiratssitzung in Kostheim

In Kost­heim fand in der letzten April­woche dann die erste ordent­liche Sitzung des Orts­bei­rates statt. Der Orts­vor­steher wurde hier bereits am 15. April gewählt – unser Bericht gibt es hier.

Wir waren sehr erfolg­reich. Bei den Haus­halts­be­ra­tungen konnten wir alle Punkte, die uns wichtig waren, durch­setzen. Dazu gehört vor allem die weitere Sanie­rung der Wilhelm-Leuschner-Schule.

Alle fünf Anträge, die wir gestellt haben, fanden eine Mehr­heit. Die Anträge findet Ihr hier.

LKW-Verkehr raus aus Kostheim!

Sehr gefreut haben wir uns darüber, dass unser Antrag, grund­sätz­lich ein LKW-Durch­fahrts­verbot für Alt-Kost­heim durch­zu­setzen, mehr­heit­lich beschlossen wurde. Die Stadt Wies­baden wurde aufge­for­dert, dafür eine Verkehrs­un­ter­su­chung durch­zu­führen und zu klären, wie hoch die Belas­tung durch den LKW-Verkehr ist. Wie hoch ist das Verkehrs­auf­kommen? Wie hoch ist die Schad­stoff- und Lärm­be­las­tung? Wie hoch sind die Unfallrisiken?

Unser Ziel: Wir wollen, dass die LKWs sich nicht länger durch Kost­heim zwängen – ausge­nommen ist natür­lich der Liefer­ver­kehr. Eine Verkehrs­un­ter­su­chung ist da ein erster Schritt.

Größere Diskus­sionen gab es bei unserem Antrag zum Ausbau des Fahr­rad­ver­leih­sys­tems in Mainz-Kost­heim. Wir wollten wissen, warum wir nur vier Verleih­sta­tionen in Kost­heim haben – und das, obwohl die MVG nach unseren Infor­ma­tionen weitere Stationen ange­boten hat. Welche Probleme gibt es da? Die Diskus­sion, die dann im Orts­beirat folgte, war verwir­rend und für uns kaum nach­voll­ziehbar – erst nachdem wir den Satz, dass wir solche Verleih­sys­teme befür­worten aus unserer Begrün­dung stri­chen, war die Mehr­heit bereit, unsere Fragen nach Wies­baden zu schi­cken. Jetzt warten wir erst einmal ab, welche Gründe Wies­baden anführt und dann sehen wir weiter.

Fest steht jeden­falls: Wir befür­worten Leih­rä­der­sys­teme und werden uns auch weiterhin dafür einsetzen.

Und noch eine gute Nach­richt: Unser Antrag, den Schau­kasten des Orts­bei­rates am Bürger­haus laufend zu aktua­li­sieren und damit auch Menschen zu infor­mieren, die sich nicht im Internet infor­mieren können oder wollen, wurde angenommen. 

Zurück­ge­stellt haben wir nur den Absatz, der dieses Infor­ma­ti­ons­an­gebot auch für die Sied­lung und den Sampel fordert. Denn: Wir haben da noch keine Schau­kästen und auch keine Stand­orte. Wer Ideen hat, wo solche Schau­kästen sein könnten, den bitten wir um einen Tipp – am besten an kontakt@​akk.​de

Worüber wir uns noch freuen 😊

Die 19-jährige Studentin Diana Schoppe wurde – neben Silvan Schil­ling, den die FWG vorge­schlagen hatte – zur Stadt­teil­ju­gend­be­auf­tragten ernannt. Dianas Wunsch ist es, dass sich gerade junge Frauen in Kost­heim sicherer fühlen sollen.

„Kost­heim liegt mir sehr am Herzen. Und so möchte ich auch als Stadt­teil­ju­gend­be­auf­tragte agieren, um der Jugend ein noch schö­neres und vor allem sicheres Lebens­ge­fühl zu garantieren.“

Diana Schoppe in ihrer Vorstellung

Auch unser Vorschlag, Issam Elbas­raoui, 32 Jahre alt, zum Inte­gra­ti­ons­be­auf­tragten zu ernennen, wurde einstimmig ange­nommen. Issam ist seit seiner Jugend in der musli­mi­schen Gemeinde aktiv. Seine Moti­va­tion ist, sich für ein gutes Mitein­ander und ein besseres gegen­sei­tiges Verständnis aller Menschen und Reli­gi­ons­ge­mein­schaften in Kost­heim einzusetzen.

„Inte­gra­tion bedeutet für mich, den Dialog aktiv zu fördern, Vertrauen aufzu­bauen und Brücken zwischen unter­schied­li­chen Lebens­rea­li­täten zu schaffen.“

Issam Elbas­raoui in seiner Vorstellung

Neben Issam wurden, auf Vorschlag der SPD, Dilan Kaya und, auf Vorschlag der CDU, Fatih Altun­kaya benannt. Wir freuen uns sehr, dass sich gleich drei Personen mit diesem wich­tigen Thema beschäf­tigen wollen. Das finden wir gerade in einer Zeit, in denen menschen­feind­liche und rassis­ti­sche Stimmen immer lauter werden – leider auch in Kost­heim – sehr wichtig.

AUF geht’s!

Trotz unserer guten Wahl­er­geb­nisse stellen wir in allen drei Stadt­teilen die Oppo­si­tion. Doch wir sind zuver­sicht­lich, dass wir für AKK viel errei­chen können. Und wir haben auch Lust darauf. Lust auf fünf Jahre Arbeit und Diskus­sion im Orts­beirat – auch wenn die manchmal mühsam ist und man einen langen Atem braucht.

Viel­leicht haben Sie ja auch schon einmal darüber nach­ge­dacht, sich poli­tisch zu enga­gieren? Dann über­legen Sie sich das – und machen Sie bei uns mit! Unere Frak­ti­ons­sit­zungen sind öffent­lich! Wir laden alle Bürger:innen herz­lich dazu ein. Melden Sie sich einfach mal: kontakt@​akk.​de, nutzen unser Kontakt­for­mular oder schauen auf Face­book und Insta­gram vorbei.

Bis dahin!

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