25. März 2026
Position aller Fraktionen im Ortsbeirat Kostheim (SPD, AUF, CDU, FWG, FDP)
Die Folgen der Autobahnumleitung sind für ganz Kostheim untragbar. Die kleinen Straßen im Kostheimer Ortskern sind von einem massiven Verkehrsaufkommen betroffen, das besonders Fußgänger und Kinder gefährdet. Deren Schutz hat für den Ortsbeirat Mainz-Kostheim oberste Priorität. Darüber hinaus ist die Bevölkerung durch Lärm und Abgase stark belastet. Rettungsfahrzeuge haben keine Chance durch die verstopften Straßen zu kommen. Der ÖPNV ist zu den Zeiten des Berufsverkehrs faktisch zum Erliegen gekommen. Das ist das Fazit nach einer Woche.
Die Fraktionen im Ortsbeirat Mainz-Kostheim sind sich in folgenden Punkten einig:
- 1) Es müssen umgehend Eingriffe und Veränderungen der bestehenden Verkehrsregelung durch die Verkehrsbehörden vorgenommen werden.
Das Problem reguliert sich nicht – wie von den Behördenvertretern erhofft – von allein. Ein Nicht-Handeln der Wiesbadener Straßenverkehrsbehörde wie auch der Autobahn GmbH und Hessen Mobil ist nicht weiter akzeptabel.
- 2) Der Verkehr muss durch eine mindestens tagsüber ständige Polizeipräsenz überwacht werden, mindestens aber in der Zeit von 6.30 bis 9.30 Uhr und 15.00 bis 19.00 Uhr.
Es kommt im Minutentakt zu Ordnungswidrigkeiten und Verkehrsstraftaten. Hierzu zählen: Fahrzeuge und insbesondere Busse, die auf Gehwegen fahren, diesen beschädigen und Fußgänger gefährden. Fahrzeuge, die gegen die Einbahnstraße fahren. Geschwindigkeitsübertretungen in Nebenstraßen. Missachten von Vorfahrtsregelungen (z.B. Rechts-vor-Links). Gefährdungen von Fußgängern, Radfahrern und anderen Autofahrern im fließenden Verkehr. Gefährliche Abbiegemanöver von LKWs. Blockieren von Kreuzungen durch Fahrzeuge. Ständiges Hupen und Aggression im Straßenverkehr.
- 3) Sperrung der Zufahrt aus Richtung Kommerzienrat-Disch-Brücke in den Ortskern.
Eine Zufahrt aus Richtung Kommerzienrat-Disch-Brücke soll während der Umleitung nur für Anlieger (Fa. Essity, Turnhalle TVK, Rektor-Stamm-Weg) möglich sein. Eine Durchfahrt aus dieser Richtung in die Münchhofstraße muss unterbunden werden, da von dort der Verkehr in den Ortskern fließt. Die Hauptstraße wird damit zur Einbahnstraße ortsauswärts. Diese Regelung muss ab dem Abzweig von der Hochheimer Straße großzügig und wiederholt ausgeschildert werden (Sackgasse). Eine Sperrung findet unmittelbar hinter der Werkszufahrt Essity statt. In diesem Bereich können Autofahrer noch wenden. Ab hier gilt Anlieger frei.
- 4) Im gesamten Ortskern soll ein LKW-Durchfahrtsverbot (ab 7,5 Tonnen, Linienbusse ausgenommen) gelten.
Das LKW-Durchfahrtsverbot wird durch klare und auch mehrfache Beschilderung frühzeitig angekündigt. Ein Lieferverkehr zur Fa. Essity bleibt gewährleistet. Alt-Kostheim ist für den LKW-Verkehr mit 40-Tonnern nicht geeignet. LKW-Verkehr gehört auf die bestehenden Autobahnen und führt aufgrund der engen Kurven in Alt-Kostheim regelmäßig zu Rückstaus, da LKW nicht um die Kurve kommen oder diese durch parkende Fahrzeuge behindert werden.
- 5) Aus Richtung Süden, Weisenauer Brücke/Darmstadt/Rüsselsheim soll eine frühzeitige Ausschilderung für eine großräumige Umfahrung stattfinden.
Eine Ausschilderung der Umleitung durch Kostheim auf der A671, kurz vor der Abfahrt Gustavsburg, ist wesentlich zu spät. Die großräumige Umfahrung muss bereits auf der A60 / A63 sein, so dass Verkehrsteilnehmer die Möglichkeit haben, frühzeitig die Autobahn anstatt der Umleitung durch Kostheim zu wählen. Eine frühzeitige Ausschilderung gilt ebenso für das LKW-Durchfahrtsverbot (vgl. Punkt 4).
Die Stadt Wiesbaden wird aufgefordert, Maßnahmen zu ergreifen, Navigationssysteme entsprechend zu aktualisieren.
Die Fraktionen im Ortsbeirat halten fest, dass zur Frage, ob die westliche Hauptstraße vorübergehend für beide Fahrtrichtungen geöffnet werden kann, kein Konsens zu erzielen ist.
Die Öffnung wird von einem Teil des Ortsbeirates befürwortet, um eine schnellere Durchfahrt durch Kostheim zu ermöglichen.
Der andere Teil lehnt eine solche Öffnung ab, weil die Straße schon für das normal übliche Verkehrsaufkommen zu eng und für Fußgänger gefährlich ist.