Handwerk retten – Ostfeld-Planung bedroht Betriebe am Fort Biehler

Antrag Nr. 19/2025 zur Sitzung des Ortsbeirats Mainz-Kastel am: Dienstag, 18. November 2025

Handwerk retten – Ostfeld-Planung bedroht Betriebe am Fort Biehler

Der Orts­beirat möge beschließen:
Der Orts­beirat Mainz-Kastel erwartet vom Magis­trat der Landes­haupt­stadt Wiesbaden,

  • 1.) dass er die in der Sied­lung Fort Biehler ansäs­sigen Hand­werks­be­triebe (z. B. Gerüstbau, Sanie­rungs­technik, Zimmerei), die durch die Planungen zur „Städ­te­bau­li­chen Entwick­lungs­maß­nahme (SEM) Ostfeld/​Kalkofen“ in ihrer Exis­tenz gefährdet sind, wirksam unterstützt,
  • 2.) dass den betrof­fenen Betrieben Ersatz­grund­stücke zu vergleich­baren Kondi­tionen wie am Fort Biehler ange­boten werden,
  • 3. dass die durch eine etwaige Betriebs­ver­la­ge­rung entste­henden Kosten voll­ständig von der Stadt getragen und aus den für die Entwick­lung der SEM Ostfeld/​Kalkofen vorge­se­henen Haus­halts­mit­teln begli­chen werden.

Begrün­dung:
Seit Jahr­zehnten bestehen in der Sied­lung Fort Biehler in Mainz-Kastel mehrere orts­an­säs­sige Hand­werks­be­triebe, die einen wich­tigen Beitrag zur lokalen Wirt­schafts­struktur leisten und Ausbil­dungs­plätze bereitstellen.

Nach aktu­ellen Mittei­lungen der Stadt­ver­wal­tung wurden diesen Betrieben nun Kündi­gungen durch die Grund­stücks­ei­gen­tü­merin – die Bundes­re­pu­blik Deutsch­land – ange­kün­digt. Begründet wird dies damit, die gewerb­liche Nutzung sei baurecht­lich unzu­lässig und müsse besei­tigt werden.

Verschwiegen wird dabei, dass diese Entwick­lung im engen Zusam­men­hang mit den städ­te­bau­li­chen Planungen zur „SEM Ostfeld/​Kalkofen“ steht. Noch im Vorfeld war von Seiten der Stadt und der städ­ti­schen Entwick­lungs­ge­sell­schaft SEG betont worden, die Sied­lung Fort Biehler sei von der SEM nicht nach­teilig betroffen.

Die Antwort des Ober­bür­ger­meis­ters auf eine entspre­chende Anfrage des Orts­bei­rats vom 1. Juli 2025 beschränkt sich auf den Hinweis, die Pächter seien früh­zeitig über die Kündi­gungs­ab­sichten infor­miert worden, um sich selbst Ersatz­flä­chen zu suchen. Dies genügt nicht.

Wer seit Jahren die Förde­rung orts­an­säs­siger Gewer­be­be­triebe als Ziel kommu­naler Wirt­schafts­po­litik betont, muss auch in der Praxis dafür sorgen, dass lang­jährig ansäs­sige Fami­li­en­be­triebe nicht durch Groß­pro­jekte wie das Ostfeld in ihrer Exis­tenz gefährdet oder zur Aufgabe gezwungen werden.

Der Orts­beirat hält es daher für zwin­gend notwendig, dass die Stadt Verant­wor­tung über­nimmt und sicher­stellt, dass keine wirt­schaft­li­chen Nach­teile für die betrof­fenen Betriebe entstehen.

Mainz-Kastel 9. November 2025
Ronny Maritzen
– Frak­ti­ons­vor­sit­zender –

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert